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SV 1879 Ehrenhain vs. FC Rot-Weiß Erfurt 1:4 (0:2)


Trotz des kühl-nassen Herbstwetters hatten über 600 Zuschauern am Sonntagnachmittag den Weg zum Ehrenhainer Waldsportplatz gefunden, um das Team um Trainer Jörg Böckel zu unterstützen. Lange konnten die Thüringenligisten mithalten, doch es sollte auch das Glück fehlen, um das Unmögliche möglich zu machen.


Dabei stiegen beide Teams gut in die Partie ein. Gleich in der 9. Spielminute kam ein präziser Freistoß von David Syhre in Richtung Knutas, der leider am kurzen Pfosten vorbei köpfte. Doch Ehrenhain zeigte „wir sind da“. So entwickelte sich ein Schlagabtausch zwischen den Mannschaften, wobei sich gerade in der ersten Viertelstunde kein großer Klassenunterschied ausmachen ließ. Ganze 14 Minuten ließen sich die Rot-Weißen Zeit bis zum ersten Torschuss und auch der ging gut zwei Meter am linken Pfosten vorbei ohne gefährlich zu werden. Zwar gewinnt RWE zunehmen die Spielführung, doch die Jungs vom SVE stehen gut, verteidigen stark und stören die Erfurter zumeist direkt im Doppelpack früh. Auch das ist ein Grund warum die bisher wenigen Chancen noch nicht hochkarätig in Richtung Andre Sittel fliegen. Dann ging es aber plötzlich ganz schnell. Nach einer langen Eingabe hatte sich Kapitän Lukás Novy als eigentlicher Verteidiger vor dem Tor allein freigelaufen und stand goldrichtig für das 1:0 (’34), wobei er dem bisher stark agierenden Sittel keine Chance ließ. Ohne sich in ein Tief ziehen zu lassen machte der SVE weiter. Doch aus den drauffolgenden Standardsituationen konnte nicht viel gewonnen werden. Die Hausherren versuchen weiter mitzuspielen, finden aber keinen einschlägigen Weg zum Tor. Nun galt es die knappe Führung bis zur Pause zu bringen. Aber da hatte Mittelfeldmann Alexander Schmitt noch ein Wörtchen zu sagen und erhöhte in der 42. Minute auf 2:0 für Erfurt. Wenig später ging es in die Halbzeit.


15 Minuten Pause waren für die Mannen des SV 1879 Ehrenhain wohl genug, um neuen Mut zu fassen. Ehrenhain startete mutiger und auch offensive in die zweite Halbzeit, was Erfurt wohl etwas überrumpelte. Die Blau-Gelben gingen in die Zweikämpfe und setzen die überlegenen Regionalligisten unter Druck, sodass auch auf deren Seite immer wieder kleine Fehler passierten und sich die Profis mit Foulspielen helfen mussten. Was fehlte war ein Anschlusstreffer und der wäre Torgarant Christopher Lehmann fast gelungen. Einen direkten Freistoß aus zentraler Position führt der Stürmer sehr präzise aus, doch ein paar Millimeter haben gefehlt, denn die Kugel knallte vom Pfosten ab – ein Raunen ging durch die vielen Unterstützer der Gastgeber. Leider war auch in dieser Halbzeit das Quäntchen mehr Glück auf Seiten der Erfurter. In einem ersten Versuch kann der überragende Oliver Peuker noch auf der Linie klären bevor eine Ecke der Rot-Weißen im vollgestellten Strafraum landet und dann nach einigen Versuchen auch durch Pierre Becken irgendwie über der Linie. Mit diesem 3:0 mitten in die Drangphase der Ehrenhainer hinein schient die Partie wohl entschieden. Ehrenhain wirft nun alles nach vorn, lässt sich nicht einschüchtern und das führt natürlich zu Lücken in der bisher gut stehenden Defensive. Dieser nutzt Erfurt ein weiteres Mal clever und erhöht in der 71. Spielminute durch Velimir Jovanovic, das erste Tor durch einen offensiven Spieler, zum 4:0. Nun ist der Sack zu, doch wie man die Ehrenhainer kennt, kämpfen sie bis zum Schluss. Dieser Kampfgeist sollte letztendlich doch ein wenig belohnt werden. Sieben Minuten nach dem letzten Treffer der Erfurter spielt Andre Sittel einen Abstoß in den Lauf von Christopher Lehmann. Der bedient mustergültig Andy Knutas, der mit seinem ersten Turniertor den Ehrentreffer der Ehrenhainer erzielt. Trotz des Spielstandes feiern die Zuschauer den „Anschlusstreffer“, als wäre es die Führung und Andy Knutas kann sich nach dem Duell 2015 über das zweite Tor gegen Rot-Weiß Erfurt freuen. Nun hat der SVE wieder Auftrieb, zwar wird das nicht reichen, um an dem Spielstand noch etwas zu machen, doch bis zum Schluss ist Spielfreude und Teamgeist zu sehen. Mit Christian Clasen, Alexander Korent und Jonas Krosse wurden in der Schlussphase noch einmal junge frische Spieler aufs Feld gebracht, die ordentlich für Antrieb sorgen. So ist Andy Knutas in der 90. Minute nach einer Ecke noch einmal nah am Treffer, doch der Schuss geht leicht über den Kasten von Keeper Julian Knoll. Wenig später dann der Schlusspfiff von Wartmann und viel Applaus für starke Ehrenhainer, die sich nach dieser Leistung auf keinen Fall verstecken müssen.
Am Ende ist im Viertelfinale leider Schluss für die Ostthüringer, doch auf diese Niederlage kann die Mannschaft nach einem starken Kampf durchaus stolz sein. Ebenso, wie der Verein, der in kürzester Zeit dieses Event organisatorisch auf die Beine gestellt hat. Das wäre ohne die Unterstützung der vielen Helfer, der Gemeinde, der Kirche, den Ehrenhainer Landfrauen und der Feuerwehr nicht möglich gewesen. Am Ende kann das kleine Dorf auf einen schönen Fußballnachmittag zurückblicken, der durchaus in positiver Erinnerung bleiben wird.


SV 1879 Ehrenhain mit:
Andre Sittel, Julian Lutz, Kevin Fritzsche (’80 Alexander Korent), Sven Rentzsch, Florian Schmidt (’75 Christian Clasen), Oliver Peuker (’89 Jonas Krosse), Andy Knutas, Max Zerrenner, David Syhre, Christopher Lehmann

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